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28.7.2011

4 Telefonstellen sollen zurückgebaut werden

Bürgermeister kritisiert Telekom
 
"Mit einer lapidaren Mail wurden wir von der Telekom darüber informiert, dass an 4 Standorten in Walluf vorhandene Telefonstellen "zurückgebaut" werden sollen. Es handelt sich hierbei um die Telefonstellen am Bahnhof, Am Hohlweg, Im Kressboden und am Alten Rathaus im Gemeindeteil Oberwalluf in der Marktstraße. Gleichzeitig wurde um schriftliche Zustimmung zum Rückbau der Standorte gebeten. Diese Vorgehensweise der Telekom ist schon mehr als befremdlich", so der Wallufer Bürgermeister Manfred Kohl ärgerlich.

Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub habe er zeitnah reagiert und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass eine Zustimmung zum Rückbau der Telefonstellen nicht erteilt werde. Mit dem Begriff eines Rückbaues würde die Sachlage mehr als unzutreffend bezeichnet. Im Klartext sollten diese Standorte künftig ersatzlos entfallen. Dies könne so nicht akzptiert werden, zumal dies zu Folge hätte, dass im Gemeindeteil Oberwalluf keine Telefonstelle mehr existiere.

Mit der Ankündigung für den Abbau weiterer Telefonzellen werde offensichtlich eine neue Runde eingeläutet. Um einer detaillierten gesetzlichen Regelung zu entgehen, habe sich die Deutsche Telekom vor rund 10 Jahren verbindlich verpflichtet, ein flächendeckendes Angebot an öffentlichen Fernsprecheinrichtungen vorzuhalten. Dies bedeute insbesondere, dass in allen Orten und Ortsteilen mit mindestens 200 Einwohnern eine entsprechende Einrichtung vorzuhalten sei.

"Begründet wurde der Rückbau bzw. der Wegfall von Telefonstellen damit, dass die Telekom aus wirtschaftlicher Sicht gezwungen wäre, die Bestände der Nachfrage anzupassen. Nach Angaben de Telekom wurden die in Rede stehenden Standorte der Telefonstellen in den letzten Jahren nur in sehr begrenztem Umfange genutzt; daher sollten sie nunmehr ersatzlos in Wegfall geraten.
Wenn ich mir zum Beispiel die Telefonstelle im Kressboden anschaue, ist dies auch kein Wunder, denn seit Monaten fehlt hier der Telefonhörer. Damit ist anschaulich erkennbar, dass offensichtlich gar kein ernsthaftes Interesse an einem Weiterbetrieb der Telefonstellen besteht. Und hierzu auch noch die Zustimmung der Gemeinde zu erbitten, ist schon ein wenig dreist", so Kohl.

Nachdem er auf die Mail der Telekom reagiert und erklärt habe, keine Zustimmung zu erteilen, sei in einer weiteren Mail großzügigerweise angeboten worden, den Standort im Hohlweg bis 2013 zuerhalten. Dies aber nur dann, wenn die Zustimmung zum Wegfall der übrigen 3 Telefonstellen erteilt werde. Anderenfalls werde auch diese zeitnah zurückgebaut,

"Zunächst hatte ich vorgeschlagen, die Angelegenheit in einem Gespräch zu erörtern. Ich war durchaus bereit, hier zu einer gemeinsamen Lösung und zu einem Kompromiss zu kommen. Aber nachdem mir diese Mail vorlag, musste ich zur Kenntnis nehmen, dass offensichtlich die Entscheidung auf Seiten der Telekom schon längst getroffen wurde und die Beteiligung der Gemeinde eine reine Alibiveranstaltung darstellen sollte. Dies war so nicht zu akzeptieren", so der Wallufer Bürgermeister weiter.

Mit der geplanten Demontage von 4 öffentlichen Fernsprechern verbleibe im Bereich der Gemeinde Walluf nur noch eine Telefonzelle am Standort Kirchgasse/ Hauptstraße. Damit könne von einer flächendeckenden Versorgung mit öffentlichen Telefonen nicht mehr gesprochen werden. "Die freiwillige Selbsterklärung der Deutschen Telekom ein flächendeckendes Angebot an öffentlichen Fernsprechstellen zu gewährleisten, wird damit zur puren Phrase" so Bürgermeister Manfred Kohl abschließend.


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