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29.3.2012

Besondere Ehrung für Colonel Gail S. Halvorsen

Gedenkplakette wird an seinem Wohnort nach dem 2. Weltkrieg angebracht
 
"Einem ganz besonderen Menschen wird heute die Ihm zustehende Ehre und Würdigung durch das Luftbrückenchapter Frankfurt e.V. zuteil", so der Wallufer Bürgermeister Manfred Kohl bei seiner Ansprache zu Ehren von Colonel Gail S. Halvorsen.
"Geehrt wird eine Persönlichkeit, die in den furchtbaren Nachkriegszeiten großes geleistet hat.
Er hat hingeschaut, Mitgefühl gezeigt und sich eingemischt. Dabei hat er nicht unterschieden in Freund und Feind oder Fremd und bekannt, er hat nicht nach seinen Vor- oder Nachteilen geschaut und er hat viel Mühe und Engagement gezeigt", so Kohl.

Im amerikanischen Utah am 10.10.1920 geboren habe Mr. Halvorsen schon früh seine Liebe zur Fliegerei entdeckt und er habe es geschafft als junger Pilot in den Nachkriegszeiten nach Berlin zu kommen. Er sei erschüttert über die Zerstörung und das menschliche Leid gewesen. Tag für Tag wären Ihm die Kinder aufgefallen, die am Zaun zur Landebahn standen und den Flugzeugen zuschauten. "Er sprach die Kinder an und teilte seine Kaugummis mit ihnen. Natürlich reichte der Kaugummi nicht und er versprach den Kindern, wenn sie sich nicht streiten würden, bei der nächsten Landung mehr mitzubringen", so der Wallufer Bürgermeister.
Ihn habe bewegt, dass die Kinder nicht stritten oder bettelten und zurück in Frankfurt habe er dann von seinen Kameraden die Süßigkeiten und Schokoladenrationen erbettelt. Aus Taschentüchern habe er kleine Fallschirme gebastelt und die Süßigkeiten über Berlin abgworfen. So wäre die Aktion Little Vittlers geboren worden. "Schon bald war es für eine Person zu viel Arbeit und alle Mannschaften machten mit. Auch deutsche Angestellte in den Amerikanischen Dienststellen in Rhein Main Air Base und Erbenheim unterstützen diese Aktion", so Kohl.
Einige der damaligen Helfer stünden noch immer miteinander in Kontakt.
Als das Militärommando hinter die eigenwillige Aktion kam, wäre es kurzfristig kritisch um die berufliche Karriere von Colonel Halvorsen bestellt gewesen. Nach entsprechenden Erklärungen habe sich der Staab jedoch begeistert gezeigt und habe fortan die Aktion unterstützt. Bald wären auch die amerikanische Bevölkerung und verschiedene Süßwarenfirmen informiert und hätten dabei mitgeholfen, die Kinder von Berlin mit Tonnen von Süßigkeiten zu beschenken.

Herrn Halvorsen, der in der Mühlstraße in Walluf in der Nachkriegszeit bei Familie Lengsfeld gewohnt hätte, möchte das Luftbrückenchapter heute mit einer besonderen Aufmerksamkeit überraschen und ihm ein eine bleibende Erinnerung widmen.
"Wir sind heute hier, um an Herrn Halversons damaligem Wohnsitz eine Gedenktafel zu enthüllen, die alle daran erinnern soll, welch besonderer Mensch hier zuhause war. Die Gemeinde Walluf ist stolz darauf für eine Weile einen solchen Mitbürger gehabt zu haben und ich möchte auch im Namen der Gremien und der Wallufer Bürger noch einmal Ihnen Herr Halvorsen, ganz herzlich für Ihre Einsatzbereitschaft und Ihre Menschlichkeit danken. Wir wünschen uns alle mehr Menschen Ihres Schlages, und Ihnen Colonel Halvorsen noch viele Jahre in Gesundheit", so Bürgermeister Kohl beim Abschluss seiner Ansprache.


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