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04.11.2014

Pressemitteilung der Gemeinde Walluf

Asylbewerber leben sich in Walluf nach und nach ein
Weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht
 
"Nachdem in den beiden ersten Oktoberwochen insgesamt 24 Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Walluf angekommen sind, und alle ihre Unterkünfte bezogen haben, gibt es nach wie vor noch Vieles zu tun. Hierfür bitten wir um Unterstützung. Ich bin davon überzeugt, dass es in Walluf auch weiterhin viele Personen gibt, die sich hier gerne ehrenamtlich engagieren möchten. Ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kann diese Aufgabe nicht gestemmt werden. Hierbei bitten wir die Wallufer Bevölkerung herzlich um Unterstützung und Mithilfe", so der Wallufer Bürgermeister Manfred Kohl.

Nachdem festgestanden habe, dass die Voraussetzungen für die Aufnahme von Asylbewerberinnen und Asylbewerber bis zum 01.10.2014 geschaffen werden mussten, hätten zunächst die Herrichtung und die Ausstattung der Unterkünfte im Vordergrund gestanden. Da hier sehr kurzfristige Lösungen gefunden werden mussten, seien zunächst einmal kommunale Liegenschaften in Anspruch genommen worden, nachdem Gespräche mit privaten Eigentümern nicht zu erfolgreichen Ergebnissen geführt hätten. "Spätestens im kommenden Jahr, wenn wir nach derzeitigem Kenntnisstand mit weiteren Zuweisungen von Asylbewerbern zu rechnen haben, werden wir ohne Container oder vergleichbare Unterkünfte nicht auskommen", so Manfred Kohl.

Dank vielfältiger ehrenamtlicher Unterstützung hätten insgesamt vier Unterkünfte kurzfristig nutzbar gemacht werden können. Die Schaffung und Ausstattung von Unterkünften habe zunächst im Vordergrund stehen müssen.

"Allen, die mit ihrem enormen ehrenamtlichen Engagement dazu beigetragen haben, dass wir pünktlich zum 01.Oktober die Unterkünfte fertig stellen und ausstatten konnten, gilt unser herzlicher und aufrichtiger Dank. Gemeinsam können wir alle sehr stolz darauf sein, dass wir dieses Ziel erreicht haben", so der Wallufer Bürgermeister.

Natürlich sei die Arbeit im Zusammenhang mit der Betreuung der Asylbewerberinnen und Asylbewerber damit noch nicht beendet. Es gehe nunmehr darum, Alle, die zumindest vorübergehend, in Walluf eine neue Heimat gefunden hätten, nachdem sie aus ihren Heimatländern geflohen seien, in das gemeindliche Leben zu integrieren.

"Bereits bevor die ersten Asylbewerber nach Walluf kamen, ist von vielen Bürgerinnen und Bürgern gefragt worden, wie geholfen werden kann. Aber zum damaligen Zeitpunkt war es noch nicht zielführend, Hilfestellungen zu organisieren. Entscheidend war zunächst zu wissen, ob Einzelpersonen oder Familien nach Walluf kommen und aus welchen Herkunftsländern sie stammen", so Manfred Kohl.

Es sei erfolgreich gelungen, Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus den gleichen Herkunftsländern in den jeweiligen Unterkünften zusammenzufassen. Dies sei sowohl für die Menschen als auch für die Organisation weiterer Hilfestellungen eine gute Voraussetzung. Gerade vor dem Hintergrund, dass die einzelnen Unterkünfte räumlich beengt seien, wäre es wichtig, dass zumindest in begrenztem Rahmen eine Privatatmosphäre geschaffen bzw. erhalten bleiben könnte.

Insbesondere aus diesem Grunde habe man sich darauf verständigt, dass für jede der vier Unterkünfte einen ehrenamtliche Patinnen und Paten bzw. ein Patenpaar zu suchen. Auch dieses sei gelungen.

"Nach den schlimmen Erlebnissen, die die Asylbewerberinnen und Asylbewerber machen mussten, ist es jetzt umso wichtiger, dass sie zur Ruhe kommen können. Wir sind davon überzeugt, dass dies mit den ehrenamtlichen Patinnen und Paten auch gelingen wird. Es ist nicht zu vertreten, dass sich die Asylbewerberinnen und Asylbewerber immer wieder auf wechselnde Personen in ihren Unterkünften einstellen müssen. Die Patinnen und Paten sind hier die ersten Ansprechpartner, wenn es Hilfebedarf oder Schwierigkeiten gibt. Weiterhin ist es uns wichtig, dass unsere Gäste auch in zunehmendem Umfange selbständig und eigenständig werden. Eine Rundumversorgung, d.h. Hilfestellungen in allen Lebenslagen würde dieser Zielsetzung entgegen stehen", so Bürgermeister Kohl.

Ein Hauptproblem sei nach wie vor die sprachliche Verständigung. Zwar seien teilweise rudimentäre Englischkenntnisse vorhanden, allerdings reiche dies nicht aus, um sich ohne Schwierigkeiten zu verständigen. Aus diesem Grunde wäre jetzt ins Auge gefasst, möglichst kurzfristig Angebote für Sprachkurse machen zu können. Da in den Familien auch Kinder im Kindergarten- bzw. Schulalter seien, würden derzeit die Möglichkeiten für den Besuch einer KITA bzw. einer Schule abschließend geprüft.

"Gerade für die sprachliche Förderung, aber auch für viele andere Bereiche benötigen wir erneut die Unterstützung und Hilfestellungen von Ehrenamtlichen. Es haben schon etliche Mitbürgerinnen und Mitbürger ihre Hilfe angeboten, aber wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch weitere Personen melden würden. Nur so kann es erfolgreich gelingen, die Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit ihren Familien hier in Walluf zu integrieren. Es können und werden jedoch nur Hilfsangebote sein. Wir wollen unseren Gästen eine echte Chance geben, nach und nach an Selbständigkeit zu gewinnen", so Bürgermeister Manfred Kohl.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich bei der Betreuung der Asylbewerberinnen und Asylbewerber einbringen möchten, werden gebeten, sich mit der Gemeinde entweder unter der Tel. Nr. 792 - 0 oder per E-Mail unter: info@walluf.de in Verbindung zu setzen.

"Ich bin davon überzeugt, dass auch dieser Aufruf erfolgreich sein wird und wir damit in die Lage versetzt werden, wichtige Hilfestellungen für die Asylbewerber leisten zu können. Allen, die uns hierbei helfen, gilt bereits heute schon unser herzlicher und aufrichtiger Dank. Die Menschen, die zu uns kommen, kommen aus unterschiedlichen Krisenregionen und haben Schlimmes erlebt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie hier gut aufgenommen und integriert werden. Weiterhin müssen wir immer wieder im Hinterkopf haben, dass im kommenden Jahr weitere Asylbewerber nach Walluf kommen werden", so Bürgermeister Manfred Kohl abschließend.


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