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24.2.2015

Pressemitteilung der Gemeinde Walluf

Erhebliche verkehrliche Mehrbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner
Bürgermeister zieht erste vorläufige Zwischenbilanz zur neu eingerichteten Fährverbindung zwischen Budenheim und Walluf
 
"Seit Donnerstag der vergangenen Woche hat die neu eingerichtete Fährverbindung zwischen Budenheim und Walluf ihren Betrieb aufgenommen. Die erheblichen zusätzlichen Verkehre führen zu massiven Beeinträchtigungen der Anwohnerinnen und Anwohner in den betroffenen Straßenzügen", so der Wallufer Bürgermeister Manfred Kohl.

Bereits am Donnerstag, den 12. Februar sei er erstmals von der Regionalpresse zu dieser neuen Fährverbindung angesprochen worden, nachdem der Presse hier wohl die ersten Informationen vorlagen. Am gleichen und am folgenden Tage habe er versucht, an entsprechende Informationen zu gelangen. Diese Bemühungen seien aber nicht von Erfolg gekrönt worden. Auf Anfragen beim Wasser- und Schifffahrt und bei HessenMobil habe er erst am Mittwoch bzw. Donnerstag eine Antwort erhalten. Über die Polizeistation in Eltville habe er am Dienstagmorgen einige nähere Information erhalten. Danach war bereits am Freitag, den 13. Februar 2015 vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz die erforderliche wasserrechtliche Erlaubnis erteilt worden. Auch erst durch diese Informationen sei deutlich geworden, welche der beiden Wallufer Rampenanlagen für den Fährbetrieb genutzt werden sollten.

Erst durch eine Mail aus dem rheinlandpfälzischen Innenministerium am Dienstagnachmittag sei er erstmals darüber informiert worden, dass hier bereits die Entscheidungen gefallen waren und der Fährbetrieb in den frühen Morgenstunden des 19.02.2015 starten würde.

"Im Zeitalter der modernen Kommunikation halte ich es für unerträglich, dass eine Information der betroffenen Kommunen erst zu einem solch späten Zeitpunkt erfolgt ist. Damit waren sowohl Budenheim, als auch Walluf jeglicher Möglichkeit beraubt, hier noch entsprechende Anmerkungen und Vorschläge zu unterbreiten, die gerade in Anbetracht der besonderen verkehrlichen Probleme sicherlich sehr wichtig gewesen wären", so der nach wie vor verärgerte Wallufer Bürgermeister.

Dies dann auch noch damit zu begründen, dass nach der getroffenen Entscheidung in den betroffenen Rathäusern niemand mehr zu erreichen gewesen wäre, sei eine reine Schutzbehauptung und könne so in keiner Weise akzeptiert werden.

"Ein Blick auf die gemeindliche Homepage hätte genügt, um an meine Mailadresse zu gelangen. Offenbar hat man an so etwas gar nicht gedacht. Wie so oft dürfen die betroffenen Kommunen die Suppe auslöffeln, die ihnen andere eingebrockt haben. Durch diese Vorgehensweise hatten wir auch keine Möglichkeit, die Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld über die anstehenden gravierenden Veränderungen und Belastungen zu informieren. Dies hat natürlich zu massivem Unmut geführt", so Manfred Kohl weiter.

Gemeinsam mit der Straßenmeisterei in Geisenheim, der Polizeistation in Eltville und dem gemeindlichen Ordnungsamt habe man sich am vergangenen Dienstag sehr kurzfristig auf die Verkehrsführung in Walluf verständigt. "Oberstes Ziel war dabei, dass man den alten Ortskern des Gemeindeteils Niederwalluf in Anbetracht der sehr geringen Fahrbahnbreiten möglichst von diesem zusätzlichem Verkehr freihalten wollte. Die breiteren Straßenzüge Rheinallee und Johannisbrunnenstraße sollten für den an- und abfließenden Fährverkehr genutzt werden. Wie die neue Fährverbindung tatsächlich angenommen wird, darüber konnten wir zu diesem Zeitpunkt nur spekulieren", so Manfred Kohl.

Innerhalb von noch keinen 2 Tagen sei es erfolgreich gelungen, die notwendigen Beschilderungen und Verkehrsführung hinzubekommen. Dies sei ein erheblicher Kraftakt gewesen. Natürlich seien nicht alle erforderlichen Schilder bei der Gemeinde vorrätig gewesen. Diese seien kurzfristig beschafft worden und der gemeindliche Bauhof sei bis in die Abendstunden damit beschäftigt gewesen, diese notwendigen Beschilderungen anzubringen.

Der Fährbetrieb habe wie geplant am Donnerstag, den 19.02.2015 seinen Betrieb aufgenommen. "In den Vormittagsstunden war deutlich zu erkennen, dass mehr Verkehr von der anderen Rheinseite nach Walluf kam, wie umgekehrt. Der Fährbetrieb lief vergleichsweise reibungslos an und die verkehrlichen Regelungen bestanden ihre erste Bewährungsprobe. Aber allen Beteiligten machten sich bereits um die Nachmittagsstunden Gedanken, denn es war uns klar, dass die Hauptverkehrsströme am Nachmittag in umgekehrter Richtung verlaufen würden. Allerdings konnte niemand wirklich einschätzen, wie die neue Fährverbindung angenommen wird", so Bürgermeister Manfred Kohl weiter.

Am Spätnachmittag wären allerdings die schlimmsten Befürchtungen noch bei weitem übertroffen worden. Mit einsetzendem Berufsverkehr sei nach einiger Zeit erkennbar geworden, dass die Aufstellfläche für die wartenden Fahrzeuge in der Johannisbrunnenstraße nicht ausreichen würde. Vor diesem Hintergrund gab es frühzeitige Abspachen zu einem Ortstermin mit Polizei und Ordnungsamt mit dem Ziel der Schaffung von weiteren Aufstellflächen für wartende PKWs "Da sich der Verkehr zur Fähre bis auf die Hauptstraße zurückgestaut hat und hier zu erheblichen Problemen führte, wurde dann, gemeinsam mit der Polizei kurzfristig entschieden, die Verkehrsführung für den abfließenden Verkehr nochmals zu verändern. Dieser wird seit diesem Zeitpunkt über die Werftstraße bis zum Entlastungsparkplatz am Sportplatz und von dort auf die Hauptstraße geführt" so Kohl.

Damit konnte in der Johannisbrunnenstraße deutlich mehr Aufstellfläche für den wartenden Verkehr geschaffen werden. Teilweise könnten die Fahrzeuge dort in 3er Reihen stehen. Nur so habe man der Situation ansatzweise Herr werden können, aber trotzdem sei es zu chaotischen Verhältnissen gekommen.
"Hier gibt es absolut nichts zu beschönigen. Was die Anliegerinnen und Anlieger in der Rheinallee, der Johannisbrunnen- und in der Werftstraße aushalten mussten, war schon sehr heftig. Teilweise ging nichts mehr", so Bürgermeister Kohl. Erst gegen 19.30 Uhr habe sich die Situation etwas entspannt.

Am Freitagnachmittag sei erneut eine deutliche Zunahme des wartenden Verkehrs feststellbar gewesen, aber die Situation sei längst nicht mit der Situation des Vortages zu vergleichen gewesen. Nach den ersten beiden Betriebstagen der Fähre sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um eine erste voläufige Zwischenbilanz zu ziehen. Vorher hätten einfach zu wenige Informationen vorgelegen.

"Gemeinsam mit der Polizeistation in Eltville sind wir davon überzeugt, dass es auch in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder zu Verlagerungen der Pendlersströme kommen wird, die auch immer wieder dazu führen werden, dass die verkehrlichen Probleme zumindest zeitweise schwieriger werden. Bereits am vergangenen Freitag habe ich den Fährbetreiber mit Nachdruck darum gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass durch entsprechendes eigenens Personal der wartende Verkehr zur Fähre besser geregelt wird. Weiterhin sind wir davon überzeugt, dass sich durch organistorische Maßnahmen auch noch Einiges verbessern lässt. Es kann nicht sein, dass die betroffenen Gemeinden sich auch noch hierum kümmern müssen", so Kohl.

"Alle Beteiligten lernen hier jeden Tag dazu. Es ist für alle eine sehr große Herausforderung. Ich danke den Anwohnerinnen und Anwohner, dass sie Verständnis für diese zusätzlichen und sehr heftigen Belastungen haben. Irgendwie muss der an- und abfließende Verkehr von und zur Fähre durch unsere Gemeinde. Die besondere Situation mit der Sperrung der Schiersteiner Brücke erfordert in Anbetracht der verkehrlichen Bedeutung aber auch besondere Maßnahmen. Wir hoffen, dass die Brücke in absehbarer Zeit zumindest teilweise wieder vom Verkehr genutzt werden kann. Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt erhält man hierzu keinerlei verlässliche Informationen. Sofern es im Einzelfall zu Reibungspunkten oder zu Problemen kommen sollte, so bitten wir um eine kurze Benachrichtigung per Mail an info@walluf.de. Wir werden uns dann der Sache annehmen, können aber nicht immer ein Lösung aller Probleme versprechen", so Bürgermeister Kohl, der in seinen Dank auch die Polizeistation Eltville und die Straßenmeisterei Geisenheim für deren schnelle und unbürokratische Unterstützung einschließt.



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