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03.5.2016

Pressemitteilung der Gemeinde Walluf

Aushändigung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Andreas Herner am 29. April 2016
 
Rede Bürgermeister Manfred Kohl
Sperrfrist: Beginn der Rede
Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Jung,
sehr geehrter Herr Herner, lieber Andreas,
lieber Stefan,
verehrte Familienangehörige und Gäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Namen der Gemeinde begrüße ich Sie alle sehr herzlich zu dem heutigen Empfang, für den es in der Tat einen besonderen und erfreulichen Anlass gibt.

Im Rahmen der heutigen Feierstunde wird einem verdienten Mitbürger eine hohe Auszeichnung zuteil. Damit wollen wir seinen jahrzehntelangen und unermüdlichen Einsatzes bei der Pflege seiner Mutter und seiner Ehefrau würdigen und ihm herzlich dafür danken.

Es freut uns besonders und ist uns eine besondere Ehre, dass Herr Staatssekretär Ingmar Jung vom Hess. Ministerium für Wissenschaft und Kunst es übernehmen wird, Herrn Andreas Herner die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der heutigen Feierstunde zu überreichen.
Herr Staatssekretär Jung seien Sie uns herzlich willkommen.

Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich alle Gäste, die an der heutigen Feierstunde teilnehmen, im Einzelnen besonders begrüßen würde. Daher heiße ich alle Gäste, aus nah und fern, alle gleichermaßen herzlich willkommen.

Mein besonderer Gruß, gilt natürlich Dir, lieber Andreas, Dir, lieber Stefan und Eurer Familie. Du, lieber Andreas, bist heute die Hauptperson, denn Du erhältst heute eine besondere und bedeutende Auszeichnung.

Für die Gemeinde Walluf war es daher eine Selbstverständlichkeit, dass wir aus diesem erfreulichen Anlass zur heutigen Feierstunde eingeladen haben.

Wir haben dies auch sehr gerne getan, denn wir wissen um Deine Verdienste und um Deinen unermüdlichen Einsatz bei der Pflege Deiner Mutter und Deiner Ehefrau, die am 01. Februar diesen Jahres nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist. Aber dazu später mehr.

Ich darf nunmehr Herrn Staatssekretär Jung bitten, Herrn Andreas Herner die hohe Auszeichnung zu überreichen.

-Staatssekretär Jung –

Lieber Andreas,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
den Ausführungen von Herrn Staatssekretär Jung kann ich mich nur in vollem Umfange anschließen. Es ist schon etwas Besonderes, dass der Bundespräsident Dir, lieber Andreas, aufgrund Deiner besonderen Verdienste bei der bei der Pflege Deiner Mutter und Deiner lieben Ehefrau Gudrun diese hohe Auszeichnung verliehen hat.
Für mich als Wallufer Bürgermeister ist es eine große Ehre und Freude, dass einem verdienten Mitbürger unserer Gemeinde diese hohe Ehrung und Auszeichnung zuteil wurde. Wir, die Gemeinde Walluf, können uns glücklich schätzen, einen so engagierten Mitbürger wie Dich, lieber Andreas, in unserer Mitte zu haben. Ich gratuliere Dir sehr herzlich zu dieser hohen Auszeichnung und sage mit Überzeugung: „Du hast diese Auszeichnung mehr als verdient.“

Auf die Gefahr hin, einige Passagen zu wiederholen, möchte ich an dieser Stelle doch auf einiges eingehen, denn das, was Du, lieber Andreas, in den zurück liegenden Jahrzehnten geleistet hast, muss einfach mehrfach erwähnt werden.

Über mehr als 2 Jahrzehnte hast Du, lieber Andreas, aufopferungsvoll Deine liebe Ehefrau Gudrun bis zu ihrem Tode gepflegt, nachdem bei ihr im Jahre 1995 ihre schwere Erkrankung festgestellt wurde. Zuvor hast Du auch Deine Mutter über einen Zeitraum von 4 Jahren ebenfalls bis zu ihrem Tode gepflegt, nachdem sie ihren ersten Schlaganfall erlitten hatte. Dies alles ohne Rücksicht auf Deinen eigenen Gesundheitszustand. Dank Deines unermüdlichen Einsatzes war immer sichergestellt, dass Deine Mutter und Deine Ehefrau auch weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben konnten. Die Betreuung und Pflege Deiner Mutter und Deiner Ehefrau rund um die Uhr haben Dich, lieber Andreas, wirklich in starkem Maße gefordert. Aber Du hast diese Aufgabe mit Hingabe und aus Überzeugung übernommen und hast Dich bewusst dafür entschieden. Der gesamte Tagesablauf wurde auf die Bedürfnisse Deiner lieben Ehefrau abgestellt und auch Du, lieber Stefan, wurdest hier in starkem Maße eingebunden.
Damit aber noch nicht genug. Dann kam Deine eigene schwere Erkrankung hinzu und dies war für Dich, lieber Andreas, wahrlich keine leichte Situation. Aber auch diese erneute Herausforderung, diesen erneuten Schicksalsschlag, hast Du gemeistert. Viele Andere hätten in einer solch schwierigen, nahezu unerträglichen Situation längst aufgegeben. Aber Du hast weiter gekämpft. Dies ist etwas, was Dich in besonderem Maße auszeichnet. Dieser jahrelange selbstlose und vielseitige Einsatz für andere Menschen kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut, dass Dir, lieber Andreas am 24. September 2012 die Pflegemedaille des Landes Hessen verliehen wurde.

Im Rahmen Deiner Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe und bei Klinkaufenthalten Deiner lieben Ehefrau hast Du auch die Bekanntschaft von Herrn Professor Dose aus München gemacht. Deinem Wunsch entsprechend, haben wir Herrn Professor Matthias Dose auch zum heutigen Empfang eingeladen. Leider hat es nicht möglich machen können, heute persönlich dabei zu sein. Aber lieber Andreas, sehr geehrte Damen und Herren, Herr Professor Dose hat ein schriftliches Grußwort geschickt, welches er gerne gehalten hätte, wenn er heute dabei wäre. Ich halte dieses Grußwort für so aussagekräftig, dass ich es Ihnen nicht vorenthalten möchte:

- Grußwort Prof. Dose -

Aus der eigenen Betroffenheit, aus der eigenen Erfahrung hat sich Andreas Herner auch für andere, die in einer vergleichbaren Situation waren, stark gemacht.
Du, lieber Andreas, gehörst zu denen, die sich nicht lange bitten lassen, wenn irgendwo Not am Mann ist.
Du hast in bewundernswerter Art und Weise in all den Jahren trotz eigener schwerer Krankheit nicht nur Deine Mutter und Deine so schwer erkrankte Frau gepflegt, sondern auch noch gearbeitet, Euren Sohn erzogen und den gesamten Haushalt gemeistert. Dieser jahrelange selbstlose und vielseitige Einsatz für andere Menschen kann nicht hoch genug gewürdigt werden.

Für Dein herausragendes Engagement bei der aufopferungsvollen Pflege Deiner lieben Ehefrau danke ich Dir im Namen der Gemeinde Walluf und auch persönlich von ganzem Herzen und würde mir wünschen, dass auch andere Menschen sich Dich zum Vorbild nehmen.

Dir, als neuem Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland möchte ich heute einen Blumengruß überreichen. Du bekommst allerdings einen Rheingauer Blumenstrauß, den ich für die Gemeinde Walluf überreiche.

Lieber Andreas, nochmals sehr herzliche Gratulation zu der Verleihung dieser hohen Auszeichnung. Wir freuen uns mit Dir gemeinsam und wünschen Dir alles erdenklich Gute, insbesondere persönliches Wohlergehen.


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