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26.10.2016

Pressemitteilung der Gemeinde Walluf

Wallufer Villenviertel schützen
Heimatarchiv legt Dokumentation vor
 
In Form einer 20-seitigen, reich illustrierten DIN A 4 - Broschüre hat das Heimatarchiv eine Extra-Ausgabe der "Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte" mit dem Titel: „Wallufer Villenviertel-Visite“ veröffentlicht. „Unsere dort versammelten jüngsten Kulturdenkmäler“, so Bürgermeister Manfred Kohl, „sind trotz der mehr als 1200-jährigen Geschichte Wallufs historisch und für das Ortsbild von hoher Bedeutung.“

Wie der Bürgermeister betonte, sind weite Teile des am Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Villenviertels als "Gesamtanlage Bahnhofstraße / Schöne Aussicht" denkmalgeschützt. Die meisten darin befindlichen Villen sind Kulturdenkmäler, ebenso das Bahnhofsgebäude, der Güterschuppen, das ehemalige Postamt, die evangelische Heilandskirche sowie ein Wegekreuz aus dem Jahr 1762. Die üppigen privaten Grünflächen, oft noch mit dem Baumbestand aus den jeweiligen Bebauungsjahren, umrahmen ein vielfältiges Baustil-Panoptikum.

Hierzu erläutert Herbert Ujma, der die Publikation erstellt hat, nachdem er in diesem Frühjahr zum ehrenamtlichen Heimatarchivar ernannt worden war,: "Die stilistische Vielfalt ergibt sich daraus, dass die ältesten Villen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, um den Bahnhof herum, noch spätklassizistisch geprägt sind und die im letzten Viertel des 19. Jhs errichteten Gebäude sich der Palette des Historismus bedienen. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann noch Jugendstil-Elemente hinzu, wie zum Beispiel in der Schönen Aussicht.

Die Illustrationen verraten viel Liebe zum Detail und werben geradezu für deren Erhalt. Er bedeutet für die Eigentümer nicht selten einen hohen Mehraufwand, der aber zur Wertsteigerung beiträgt – und nicht zuletzt zum Erhalt des Ortsbildes. Die Broschüre soll auch diese Bestandteile des Wallufer Ortsbildes ins Bewusstsein rücken. Die fachlichen Zielsetzungen des Denkmalschutzes leuchten vielleicht nicht in jeder Detailfrage ein, doch der Heimatarchivar ist überzeugt: "Denkmalschutz heißt Ortsbildschutz".

Freilich könnten weitere Elemente des Ortsbildes schützenswert sein, ohne den Status eines Kulturdenkmals zu haben, fügt Ujma an. Das Heimatarchiv bedankt sich bei Dagmar Söder für die Erlaubnis zur Verwendung von Angaben aus der von ihr verfassten Denkmaltopografie des Altkreises Rheingau. Zudem dankt es einzelnen Eigentümern und anderen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihren Erinnerungen und/oder Unterlagen zum Gelingen der Broschüre beitragen konnten.

Mit Hinweis auf den hohen Siedlungsdruck im Vorderen Rheingau wirbt Bürgermeister Manfred Kohl für einen noch sensibleren Umgang mit dem Ortsbild. Die "Gesamtanlage Bahnhofstraße / Schöne Aussicht" sei ein nahezu unverändert gebliebenes Zeugnis der Gründerzeit. „Auch in Walluf ist diese Phase der Auftakt zu einer dynamischen Entwicklung gewesen, der unserem Ort unter anderem bislang grob eine Verfünffachung der Einwohnerzahl bescherte.

Die Broschüre ist zunächst als Kleinauflage erschienen und kann im Rathaus zum Preis von 5 Euro erworben werden, ggf. als Bestellung für eine 2. Auflage. Zusätzlich steht sie als PDF-Download auf der Homepage der Gemeinde zur Verfügung.

„Mein Dank gilt unseren ehrenamtlichen Heimatarchivaren, insbesondere Herbert Ujma. Mit dieser sehr interessanten Dokumentation lässt sich Vieles über die Geschichte dieser Anwesen und Villen erfahren. Gerade die teilweise sehr bewegte Geschichte der einzelnen Häuser wird mit Sicherheit auf großes Interesse stoßen“, so Bürgermeister Manfred Kohl abschließend.

http://www.walluf.de/content/images/Villenviertel.pdf


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