Theaterstück Vorsicht Falle am 01.04.2026


Am Mittwoch, 01. April 2026, verwandelte sich das Bürgerhaus Kiedrich in einen lebendigen Ort des Austauschs, der Information und der beeindruckenden Theaterkunst. Rund 400 Besucherinnen und Besucher aus Eltville, Kiedrich und Walluf folgten der Einladung der Initiative "Die Drei im Rheingau" und erlebten einen ebenso unterhaltsamen wie aufklärenden Nachmittag. Die Einladung richtete sich an alle Interessierten, insbesondere jedoch an Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren – eine Zielgruppe, die von den dargestellten Betrugsmaschen besonders betroffen ist. Umso erfreulicher war die große Resonanz aus allen Altersgruppen. 

Bereits ab 14:00 Uhr begann die Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen. Schnell füllte sich der Saal, Gespräche entstanden, und die Vorfreude auf das angekündigte Theaterstück war spürbar. 

Den offiziellen Auftakt um 15:00 Uhr gestaltete Kiedrichs Bürgermeister Winfried Steinmacher, der die Gäste herzlich begrüßte – auch im Namen seines Amtskollegen Nikolaos Stavridis, Bürgermeister von Walluf, sowie Patrick Kunkel, Bürgermeister von Eltville. Im weiteren Verlauf des Nachmittags bewies er zudem einmal mehr eindrucksvoll sein schauspielerisches Talent: Mit einem augenzwinkernden und zugleich pointierten Gastauftritt in der Rolle des "Ollibärchens" zeigte er, wie schnell man einer vermeintlichen Internet-Liebesromanze auf den Leim gehen kann. Nur knapp entging "Ollibärchen" dabei der Versuchung, seinem digitalen "Sternchen" größere Geldbeträge zukommen zu lassen – sehr zur Erheiterung des Publikums. Die gelungene Mischung aus Humor und eindringlicher Botschaft brachte ihm großen Beifall und wiederholten Szenenapplaus ein. In seiner Ansprache wurde deutlich, wie unkompliziert und wirkungsvoll die Zusammenarbeit der drei Kommunen funktioniert: Kurze Wege, schnelle Entscheidung und ein gemeinsames Ziel führten dieses besondere Projekt zum Erfolg. Die Idee, das Theaterstück "Vorsicht Falle" in den oberen Rheingau zu holen, ging maßgeblich auf die Initiative der Gemeindepflegerin Petra Flöck aus Walluf zurück, die damit einen wichtigen Impuls setzte. Gemeinsam mit den Partnern aus Eltville und Kiedrich wurde diese Initiative zügig und engagiert umgesetzt. 

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand das Theaterstück "Vorsicht Falle", aufgeführt von der Theatergruppe Lachfalten der Bildungs- und Begegnungsstätte Pluspunkt Erbenheim der Evangelischen Paulusgemeinde. Mit großer Spielfreude, feinem Gespür für die Thematik und einer gelungenen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit präsentierten die Darstellerinnen und Darsteller die vielfältigen Facetten moderner Betrugsmaschen – wie WhatsApp- und Lotteriebetrug sowie der sogenannte "falsche Bankmitarbeiter". In ausführlicheren Szenen widmete sich das Ensemble zudem dem Handwerkertrick, einem fingierten Unfall – verbunden mit der sensiblen Frage der Fahrtüchtigkeit älterer Menschen –, zwei eindringlich gestalteten Episoden zum Love-Scam, dem Auftreten falscher Polizeibeamter sowie Phishing und dem sogenannten Schockanruf. 

Die Resonanz war überwältigend. Immer wieder brandete Applaus auf, und im Anschluss entwickelten sich zahlreiche intensive Gespräche untereinander. Viele Gäste berichteten von eigenen Erfahrungen oder Beobachtungen im Zusammenhang mit Betrugsversuchen – ein deutliches Zeichen dafür, wie relevant und lebensnah die Inszenierung war. Zum Ensemble gehörten (in alphabetischer Reihenfolge) Karl-Heinz Becker, Helge Birnkraut, Magdalena Hoyer, Mary Kirchner-Hammer, Margot Lixfeld-König, Kerstin Marass, Felicitas Richter, Harald Richter, Claudia Schwambach, Martina Sehring und Maning Zell. Für die technische Umsetzung zeichneten Winfried Schmidt und Jürgen Rückert verantwortlich. 

Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt: Das Stück schaffte es, aufzuklären, ohne zu belehren, und sensibilisierte eindrucksvoll für ein hochaktuelles Thema. 

Auch die begleitenden Informationsstände stießen auf großes Interesse. Die Polizeistation Eltville sowie Netzwerk Wohnen standen für persönliche Gespräche und individuelle Beratung zur Verfügung und wurden von den Besucherinnen und Besuchern stark frequentiert. Der direkte Austausch mit Fachleuten wurde als besonders wertvoll empfunden. 

Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde Kiedrich für die hervorragende Organisation vor Ort. Hervorzuheben ist insbesondere das Engagement von Frau Anja Wagner, die mit großem Einsatz und Überblick die Abläufe koordinierte und maßgeblich zum reibungslosen Gelingen der Veranstaltung beitrug. Ein weiteres Dankeschön gilt neben allen Mitwirkenden auch der Veranstaltungstechnik Jakob, der das Projekt nicht nur professionell unterstützte, sondern einen Teil seiner Kosten zugunsten der guten Sache spendete. 

Der Eintritt zur Veranstaltung war frei, eine Spendenbox stand bereit – und die Veranstalter hoffen auf eine ebenso großzügige wie verdiente Unterstützung für dieses wichtige Präventionsprojekt. 

Diese Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn Kommunen gemeinsam handeln: Die Initiative "Die Drei im Rheingau" steht für gelebte Kooperation, bürgerschaftliches Engagement und innovative Wege in der Präventionsarbeit. Ein Modell mit Vorbildcharakter – und ein Nachmittag, der noch lange nachwirken wird.